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Glukose
Medizinischer Hintergrund
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Medizinischer Hintergrund
Ursprung und biologische Vorgänge
Glukose wird aus dem Blut aufgenommen oder aus Glykogen umgesetzt, das in der Leber oder den Muskeln gespeichert wird. Glukose ist die Hauptenergiequelle für das Gehirn und die Muskeln.
Die Glukosehomöostase reflektiert eine präzise Ausgewogenheit zwischen der hepatischen Glukoseproduktion und der peripheralen Glukoseaufnahme und -verwendung. Das Insulin ist der wichtigste Regler für dieses Stoffwechselgleichgewicht. Nachdem das Insulin die Glukose an seinen Rezeptor gebunden hat, verstärkt es deren Aufnahme in den Skelettmuskeln und im Fett. Bei einem Mangel an Insulin wie bei Diabetes Typ 1 oder einer Insulinresistenz der Zellen bei Diabetes Typ 2, steigt der Glukosespiegel im Blut. Neben dem Insulin regulieren die Hormone Glukagon, Epinephrin und Cortisol die Glukosekonzentration im Blut.
Wenn der Glukosespiegel im Blut auf über 160 - 180 mg/dl (8.9 - 10 mmol/l) steigt, wird die renale Schwelle der tubulären Glukosereabsorption in den Nieren überschritten und Glukose wird im Urin ausgeschieden (Glukosurie).
Indikationen
Blutzucker
Verdacht auf Hyperglykämie
- Screening auf Diabetes
- Diagnose von Diabetes (zufällig, nüchtern oder mit einer oralen Glukosegabe)
- Bewertung des Kohlenhydratstoffwechsels
- Endokriner Diabetes, Leberkrankheiten, Hämochromatose
Monitoring der Diabetestherapie
- Kontrolle der Diabetestherapie durch den Arzt
- Selbstkontrolle des Blutzuckers durch die Patienten
Verdacht auf Hypoglykämie
- Bei Symptomen von Hypoglykämie während der Diabetestherapie
- Diagnose von Hypoglykämie bei Neugeborenen
- Diagnose kongenitaler Stoffwechselkrankheiten bei Kindern
- Inselzellentumore, extrapankreatische Tumore
- Chronischer Alkoholismus
- Galaktose- und Fruktoseintoleranz
Urinzucker
- Frühe Detektion von Diabetes mellitus
- Kontrolle der Therapie
- Selbstkontrolle durch die Patienten
Vorbereitung des Patienten
Blutzucker
Der Test kann entweder unter zufälligen Umständen - einer typischen Primärversorgungsumgebung -, nüchtern oder mit einem oralen Glukosetoleranztest mit 75- oder 100-g durchgeführt werden. Oftmals wird ein postprandialer Blutzucker bestimmt, da neuere Daten auf eine starke Indikation zwischen postprandialem Glukosespiegel und der Entwicklung vaskulärer Komplikationen hinweisen.
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- Übermäßige Nahrungs- oder Alkoholaufnahme vor dem Test sowie schwere physische Anstrengungen vor dem Test sollten vermieden werden
- Bei der Bestimmung der Fastenglukose: keine kalorische Aufnahme für mindestens 8 Stunden vor dem Test
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Urinzucker
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- Es kann Morgenurin oder Tagesurin verwendet werden
- Sorgfältige anogenitale Hygiene vor der Urinsammlung
- Übermäßige Nahrungs- oder Alkoholaufnahme vor dem Test sowie schwere physische Anstrengungen vor dem Test sollten vermieden werden
- Ascorbinsäure (Vitamin C) aus Nahrung oder Getränken wirkt sich auf die Testpads für Glukose fast aller herkömmlichen Streifentests störend aus bei den Combur-Test® / Chemstrip® Urinteststreifen jedoch praktisch gar nicht
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Bestimmung
Der Blutzucker kann mit dem Reflotron® Plus oder Reflotron® Sprint (zur Bestimmung von 17 klinisch-chemischen Parametern) direkt aus kapillarem oder venösem Blut, Plasma oder Serum in Ihrer Praxis bestimmt werden. Für ein zuverlässiges Screening und Monitoring der Glukose vor Ort und innerhalb von Minuten, z.B. in kapillarem Blut, sind die Accu-Chek® und Accutrend® Messer bestens geeignet. Verwenden Sie für die Bestimmung des Urinzuckers Combur-Test® / Chemstrip® Urinteststreifen, die außerdem automatisch vom Analysegerät Urilux® S / Chemstrip® 101 gelesen werden können.
Die Diabur-Test® 5000 und Keto-Diabur-Test® 5000 Urinteststreifen wurden für die Kontrolle des Urinzuckerspiegel bei Diabetes mellitus entwickelt.
Ergebnisse
Unter nüchternen Bedingungen gibt es keine relevanten Unterschiede zwischen den Ergebnissen aus Plasma- oder Serumproben und Ergebnissen aus kapillarem oder venösem Vollblut. Unter zufälligen Bedingungen sind die Plasma- oder Serumspiegel etwas höher als die aus kapillarem oder venösem Vollblut.
Referenzbereiche
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| (Nüchtern-)Vollblut-, Serum- und Plasmazucker (Reflotron®) |
60 - 109 mg/dl (3.3 - 6.05 mmol/l) |
| Urinzucker (Combur-Test® / Chemstrip® Urinteststreifen) |
Morgenurin < 20 mg/dl (< 1.1 mmol/l) Tagesurin < 30 mg/dl (< 1.7 mmol/l) |
Bei ascorbinsäurefreiem Urin liegt die praktische Detektionsgrenze des Testpads für Glukose der Combur-Test® / Chemstrip® Urinteststreifen bei etwa 40 mg/dl (2.2 mmol/l), so dass auch gering pathologische Glukosurien mit hoher Zuverlässigkeit entdeckt werden können. Die Obergrenze der physiologischen Glukosurie im ersten Morgenurin liegt bei etwa 15 mg/dl (0.8 mmol/l).
Diagnosekriterien
Die folgenden Daten basieren auf den Diagnosekriterien der Weltgesundheitsorganisation (1999) und der American Diabetes Association (2003):
| Normalwerte |
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| Nüchtern-Plasmazucker |
< 110 mg/dl (< 6.1 mmol/l) |
| Blutzucker 2 Stunden nach Verabreichung 1) |
< 140 mg/dl (< 7.8 mmol/l) |
| Diabetesdiagnose |
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| Zufalls-Plasmazucker |
≥ 200 mg/dl (≥ 11.1 mmol/l) |
| Nüchtern-Plasmazucker |
≥ 126 mg/dl (≥ 7.0 mmol/l) |
| Blutzucker 2 Stunden nach Verabreichung 1) |
≥ 200 mg/dl (≥ 11.1 mmol/l) |
| Hyperglykämie, die nicht zur Erfüllung der Diagnosekriterien von Diabetes ausreicht |
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| Beeinträchtigter Nüchtern-Plasmazucker |
110 - 125 mg/dl (6.1 - 6.9 mmol/l) |
| Beeinträchtigte Glukosetoleranz 1) |
140 - 199 mg/dl (7.8 - 11.0 mmol/l) |
| Gestationeller Diabetes |
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| Initialscreening |
Nüchtern-Plasmazucker > 126 mg/dl (> 7.0 mmol/l) Zufalls-Plasmazucker ≥ 200 mg/dl (≥ 11.1 mmol/l) |
| Blutzucker nach Verabreichung 2) |
Zwei oder mehrere der folgenden Glukosewerte: >= 95 mg/dl nüchtern; ≥ 180 mg/dl nach 1 Stunde; ≥ 155 mg/dl nach 2 Stunden; ≥ 140 mg/dl nach 3 Stunden |
1) Bei einem oralen Glukosetoleranztest (OGTT) mit 75-g;
2) Bei einem OGTT mit 100-g
Niedrige Werte
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| Hypoglykämie |
< 55 mg/dl (< 3.1 mmol/l) |
Auswertung
Konditionen bei erhöhtem Glukosespiegel (Hyperglykämie, Glukosurie)
- Diabetes mellitus, Stoffwechselsyndrom
- Endokriner Diabetes aufgrund einer pankreatischen Krankheit (Pankreatitis, Pankreastumore), adrenale/hypophyseale Krankheit (Cushing Syndrom, Akromegalie) oder Hyperthyreose
- Andere Krankheiten: Hirnschädigung, Leberkrankheiten, Nephrose, Pankreatitis
- Arzneimittel: Thiazide, Kortikosteroide, Epinephrin, Östrogene
- Schwangerschaft
- Kohlenhydratreiche Ernährung
Konditionen bei niedrigem Glukosespiegel (Hypoglykämie)
- Übermäßiges Insulin, z.B. verursacht durch Insulintherapie
- Künstliche Hypoglykämie induziert entweder durch Insulin oder hypoglykämische Mittel
- Krankheiten: Inselzellentumor, Leberversagen (Zirrhose, hepatische Tumore), Malabsorption, adrenales Karzinom, Sarkome
- Arzneimittel: orale Antidiabetika, hohe Dosen von Ascorbinsäure oder Salizylaten
- Chronischer Alkoholismus
- Unterernährung
Tipps & Empfehlungen
Blutzucker
- Bestimmen Sie den Blutzucker bei Menschen mit typischen Symptomen für Diabetes, einem Verwandten ersten Grades mit Diabetes, einem Body Mass Index ³ 25 kg/m2, Bluthochdruck, hohem Cholesterin- und Triglyzeridspiegel sowie bei Frauen, die ein Kind geboren haben, das > 4.5 kg wiegt, oder bei denen ein gestationeller Diabetes diagnostiziert wurde.
- Die Diagnose von Diabetes bei asymptomatischen Personen sollte nicht auf einem einzigen Glukosewert beruhen. Bestimmen Sie mindestens einen zweiten Glukosewert an einem darauf folgenden Tag. Idealerweise sollte sowohl die Fastenglukose als auch die Glukose 2 Stunden nach der Verabreichung gemessen werden.
- Bestimmen sie die Blutzuckerkonzentrationen bei Patienten mit Diabetes in regelmäßigen Abständen. Dies ist eine Voraussetzung für eine gute Kontrolle des Diabetes.
- Die Selbstkontrolle des Blutzuckers wird allen Patienten empfohlen, die mit Insulin behandelt werden und ist bei allen Patienten mit Diabetes wünschenswert. Zu diesem Zweck sind Messgeräte der Accu-Chek® Serie oder Accutrend® Geräte besonders geeignet.
Urinzucker
- Urinzuckertests mit Combur-Test® / Chemstrip® Urinteststreifen geben eine grobe Einschätzung des vorherrschenden Blutzuckerspiegels.
- Die Glukosurie identifiziert Menschen mit Hyperglykämie, doch das Fehlen von Glukosurie schließt einen Diabetes mellitus oder irgendeine andere Störung des Glukosestoffwechsels nicht aus. Urinzuckertests liefern keine Informationen über Blutzuckerspiegel unter der Nierenschwelle von 160 - 180 mg/dl (8.9 - 10.0 mmol/l).
- Daher sollten Urinzuckertests vor allem bei Patienten in Betracht gezogen werden, die sich weigern oder nicht fähig sind, eine Selbstkontrolle des Blutzuckers durchzuführen.
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| Diabur-Test® 5000 und Keto-Diabur-Test® 5000 Urinteststreifen wurden für die Kontrolle des Urinzuckerspiegels bei Diabetes mellitus entwickelt. Der im Vergleich zu den Multiteststreifen erweiterte Messbereich des Glukosefeldes erlaubt eine exakte Differenzierung des Glukosegehalts im Urin von 0 bis 5 Prozent. |
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