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Fachleute schlagen Alarm

Viele Nierenerkrankungen werden übersehen

Erschreckende Zahlen

Gemäss Dr. Manfred Weber, Nephrologe und Chefarzt am Städtischen Krankenhaus Köln-Merheim, hätten von 50.000 Dialysepatienten in Deutschland 7.500 – 10.000 niemals Nierenschäden haben müssen. Bei weiteren 15.000 – 20.000 hätte sich die Blutwäsche bei richtiger Behandlung noch Jahre bis Jahrzehnte aufschieben lassen. Und bei 17.500 – 20.000 wäre zumindest die Grunderkrankung beeinflussbar gewesen.

Dies sind wahrlich erschreckende Fakten, welche klar darauf hinweisen, dass im Bereich der Früherkennung von Nierenschäden noch viel Arbeit geleistet werden muss. Denn die wichtigste Voraussetzung für eine Lösung des Problems ist, dass die Erkrankung früh genug erkannt und dann auch ernst genommen wird.

Die Nieren schmerzen nicht

Da die Patienten keinen Nierenschmerz verspüren,werden Probleme der Niere oft erst missverstanden und verkannt und daher sehr spät diagnostiziert. Abgesehen von einigen unspezifischen Warnsignalen, können die Nieren über Jahre hinweg geschädigt werden, bis ein Nierenversagen – welches eine Dialyse notwendig macht – überhaupt bemerkt wird.

Vorsicht bei Diabetes und Bluthochdruck

Patienten mit Diabetes mellitus oder Hypertonie erleiden als Spätkomplikation häufig eine Nephropathie. Rund 30 – 40% der Typ-1-Diabetiker entwickeln nach 10 – 15 Jahren Krankheitsdauer eine Nierenerkrankung.Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass auch ca. 20% der Typ-2 Diabetiker davon betroffen sind. Bei den Patienten mit Bluthochdruck sind es rund 25%. Treten beide Erkrankungen gemeinsam auf, so verstärken sie sich auch gemeinsam in ihrer organschädigenden Potenz an Gefässen, Herz und Niere. Ist einmal ein fortgeschrittenes Stadium mit manifester Proteinurie, erhöhtem Serumharnstoff und Creatinin sowie morphologischer Veränderung der Nieren erreicht, kann der Prozess auch bei guter Einstellung der Grunderkrankung zwar oft noch verlangsamt, aber nicht mehr aufgehalten werden.

Blutdruckeinstellung und Therapietreue überwachen

Gelingt es, den Blutdruck unter 120 zu 80 mm Hg zu halten, lässt sich bei Diabetikern die Geschwindigkeit, mit der die Nierenfunktion abnimmt, erheblich verlangsamen. Dies gilt auch für die vielen Hypertoniepatienten – jeder 5. Deutsche leidet an Bluthochdruck.

Eine zusätzliche Problematik liegt darin, dass ein Drittel der Bluthochdruck-Patienten von der Erkrankung nichts weiss, ein weiteres Drittel den diagnostizierten Bluthochdruck nicht behandelt. Das liegt auch an der mangelnden Therapietreue der Patienten. Experten gehen davon aus, dass zwei Drittel der verschriebenen Medikamente nie eingenommen werden. Würde die Therapie hingegen konsequent umgesetzt, liessen sich schwere Nierenschäden bei Patienten mit Hypertonie fast immer vermeiden.

Hohe Folgekosten

Zu allem menschlichen Leid kommen durch die Dialyse bedingte, enorm hohe Kosten auf die Gesundheitssysteme der Länder zu. Die Behandlung eines Dialysepatienten kostet pro Jahr rund 100.000 Mark.Werden dazu noch die 2.200 Nierentransplantationen hinzugezählt (25.000 Mark pro Operation), errechnet sich allein für die 45.000 Nierenkranken, die in den gesetzlichen Krankenkassen versichert sind, ein Gesamtbetrag von etwa 5 Milliarden Mark pro Jahr.

Dazu kommt, dass die Zahl der Dialysen in Deutschland jährlich um 7% steigt. Geht diese Entwicklung so weiter, verdoppeln sich die Aufwendungen für Nierenerkrankungen in den nächsten 10 Jahren. Und das ist nicht alleine ein deutsches Phänomen.

Früherkennung mit modernen, schnellen Tests in der Praxis

Der wichtigste Parameter zur Früherkennung der Nephropathie ist die Mikroalbuminurie. Bei einer Albuminkonzentration im Urin zwischen 20 und 200 mg/min, resp. bei Werten zwischen 20 und 200 mg/l Urin bei einer Harnausscheidung von 1,5 Litern pro Tag, spricht man von einer Mikroalbuminurie. Werte unter 20 mg/l sind normal. Die frühe Diagnose erlaubt es, glomeruläre Schäden zu einem Zeitpunkt zu erfassen, zu dem durch geeignete therapeutische Massnahmen die Glomerulopathie noch zu beeinflussen und die Entwicklung zur Niereninsuffizienz vermeidbar ist. Zu den therapeutischen Möglichkeiten gehören die frühzeitige antihypertensive Therapie – am besten mit ACE-Hemmern – sowie eine proteinarme Diät beim Diabetiker.

Roche engagiert sich in der Nierenwoche 2000

Mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf Nierenerkrankungen zu lenken, veranstaltet die Deutsche Nierenstiftung, mit Unterstützung von Roche Diagnostics und Dr. Jürgen Schwiezer, vom 10. bis 16. September bundesweit eine «Nierenwoche». Zentrale Themen sind die Früherkennung und Prävention. Über 130 Krankenhäuser, Dialyse- und Internistische Praxen sowie Selbsthilfegruppen aus ganz Deutschland haben ihre Teilnahme zugesagt.

Vermeidbare Dialyse

Gesunder Kreislauf

Ursache für Nierenversagen bei den rund 50.000 Dialysepatienten in Deutschland


Medikamentenmissbrauch 10 – 15% vermeidbar und Bluthochdruck
Diabetes 30 – 40% verzögerbar
Erbliche Nierenerkrankungen 10 – 15% beeinflussbar
Immunologische Nierenerkrankungen 25% beeinflussbar

Micral-Test® II

Mit Micral-Test® II lässt sich Humanalbumin im Harn spezifisch nachweisen. Der einfach zu handhabende Harnteststreifen beruht auf einem immunologischen Testprinzip. Er benötigt nur 1 Minute Reaktionszeit und bleibt 5 Minuten farbstabil. Es wird empfohlen, den 1. Morgenurin (Mittelstrahlurin) zu verwenden, da in dieser Zeit die Albuminkonzentration nicht durch körperliche Aktivität oder Flüssigkeitszufuhr verfälscht wird. Da die Albuminurie physiologischen Schwankungen unterworfen ist, ist es zweckmässig, die Morgenurine an 3 Tagen in einer Woche zu untersuchen. Wenn zwei von drei Tests eine Reaktionsfarbe aufweisen, die einer Konzentration von mindestens 20 mg/l entspricht, besteht der Verdacht auf eine beginnende Nephropathie.

Das breite Publikum besser Informieren

Mit der Information durch den Hausarzt kann nur ein kleiner Teil der potenziellen Patientinnen und Patienten erreicht werden. Aus dieser Überlegung heraus werden von verschiedenen Organisationen Informationsmittel für die breite Öffentlichkeit bereitgestellt.

In Deutschland zum Beispiel durch das Infozentrum für Prophylaxe und Früherkennung. In der Broschüre «Nieren-Erkrankungen: Störungen im Klärwerk des Körpers» werden in einfacher, laiengerechter Sprache die Funktion der Nieren im menschlichen Körper erklärt und wertvolle Tipps zum Schutz dieser wichtigen Organe vermittelt. Die Broschüre kann bei Infozentrum für Prophylaxe und Früherkennung, Hölderlinstraße 18, D-65779 Kelkheim, bezogen werden. Im Internet finden Sie Informationen unter http://www.vorsorge-online.de.

Roche Pharma (Schweiz) AG stellt Ärzten die sehr informative kleine Broschüre «Nierenkrank – was nun?» von Dr. Rainer Flasbeck für ihre Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Der VNPS (Verband der Nierenpatienten der Schweiz) hat für Patienten eine Informationsstelle eingerichtet: Toggenburgerstraße 137a, 9500 Wil. Telefon- und Faxnummer für Interessenten: 071/923 58 09.

Patientinnen und Patienten in Österreich finden im Internet unter www.nephrozentren.at auf einer sehr übersichtlichen und attraktiven Seite viele interessante Informationen sowie die Adressen von Selbsthilfegruppen in jedem Bundesland.

PROSIT® – zum Wohle der Diabetiker

Im Jahre 1993 wurde in München das Projekt PROSIT® (Proteinurie-Screening und Intervention) initiiert. Ziel des Projektes ist es, in klinischen Studien gewonnene aktuelle Ergebnisse zur Verhütung der diabetischen Nephropathie und zur Frühbehandlung von Patienten mit diabetischer Nephropathie möglichst effizient in den Praxisalltag umzusetzen. Immerhin entwickeln zurzeit ca. 30 – 40% aller Diabetiker eine Nephropathie.

Bisher wurde allerdings nur bei 10 –20% der Diabetiker routinemässig nach einer Mikroalbuminurie gefahndet. In den Richtlinien des Projektes ist dagegen vorgesehen, alle Typ-2-Diabetiker jährlich routinemässig zu untersuchen. Sollte der

Und so wirds gemacht

1. Teststreifen 5 Sekunden so weit in die Urinprobe tauchen, dass sich der Flüssigkeitspegel zwischen den beiden schwarzen Linien befindet, dann herausnehmen. Weder beim Eintauchen noch beim Herausziehen die Gefässwand mit dem Teststreifen berühren (mögliche Störeinflüsse bei der Chromatografie).

2. Teststreifen auf eine nicht saugende, ebene Unterlage legen.

3. Nach 1 Minute Reaktionsfarbe mit Etikettenfarbe vergleichen. Ausschlaggebend ist die flächenmässig überwiegende Farbe.Mögliche kleine Stellen mit abweichender Farbe sind ohne Bedeutung für die Beurteilung.

Test – der mit dem Micral-Test® II von Roche Diagnostics durchgeführt wird – positiv sein, stehen dem behandelnden Arzt ein strukturiertes Interventionsprogramm mit aktuellen Empfehlungen zur Blutzucker-, Blutdruck- und Fettstoffwechseloptimierung sowie Diätrichtlinien zur Verfügung. Die teilnehmenden Ärzte können die erhobenen Daten quartalsweise an die Projektstelle einsenden und auswerten lassen. Mit dem Ergebnis erhalten sie zusätzlich noch Ratschläge, was bei den einzelnen Patienten individuell noch beachtet und verbessert werden könnte.

Zwischenergebnisse belegen den Erfolg

Wie Prof.Dr. Rüdiger Landgraf an der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in München erläuterte, nehmen bisher bundesweit 161 Arztpraxen mit 3.600 betroffenen Patienten am Projekt PROSIT® teil. Von 1.087 Patienten lagen bereits vorläufige Daten vor, die zeigten, dass durchschnittlich ein deutlich verbessertes kardiovaskuläres Risikoprofil mit signifikant gesenkten Blutdruck- und Lipidwerten erreicht worden ist.

Bei immerhin 36 % aller Patienten mit zunächst diagnostizierter Mikroalbuminurie konnte die Eiweissausscheidung in den Normbereich gebracht und damit die Prognose zusätzlich verbessert werden.

Teilnahme immer noch möglich

Ärzte in Deutschland, die noch am Projekt teilnehmen möchten, können sich an folgende Kontaktadresse wenden:

Dr.Wolfgang Piehlmeier
PROSIT®-Projektzentrale
Diabeteszentrum Klinikum Innenstadt
der Universität München
Ziemssenstraße 1
80336 München
Telefon 089 51 60 21 03
Fax 089 51 60 29 68
E-Mail prosit@prosit.de

Weitere detaillierte Informationen zum Projekt PROSIT® finden Sie auf der PROSIT®-Website unter www.prosit.de.

Der Einsatz von Erythropoetin in der Behandlung von Nierenerkrankungen

Erythropoetin – oder kurz EPO – wurde in der Öffentlichkeit vor allem durch diverse Dopingskandale im Radsport bekannt. Darüber wurde fast vergessen, dass viele Nierenpatientinnen und -patienten auf EPO angewiesen sind.

Bei Patienten mit Nierenschädigung kommt es häufig zur Anämie, das Blut enthält also zu wenig rote Blutkörperchen. Diese entstehen aus Stammzellen des Knochenmarks. Die Bildung der Erythrocyten wird von einem spezifischen Wachstumsfaktor angeregt, der in den Nieren produziert wird. Von dort aus gelangt dieser Wachstumsfaktor – Erythropoetin oder kurz EPO genannt – über den Blutkreislauf zu seinem Zielort. Wenn die geschädigten Nieren zu wenig EPO produzieren, gehen aus den Stammzellen des Knochenmarks zu wenig Erythrocyten hervor. Wegen der verringerten Zahl von Erythrocyten fühlen sich die Patienten ständig schwach und müde. Dies beeinträchtigt die kranken Menschen, die durch eine meistens erforderliche Dialyse ohnehin erheblich belastet sind, noch zusätzlich. Abhilfe konnten hier bislang nur Bluttransfusionen schaffen.

Die Einführung des rekombinanten humanen Erythropoetins (r-HuEPO) ist einer der jüngsten wichtigen Meilensteine in der Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz. 1985 wurde der erste Patient mit EPO behandelt. Die industrielle gentechnologische Herstellung von r-HuEPO und damit die breite Anwendung begann schon 2 Jahre später.Von einer Expertengruppe im Auftrag der National Kidney Foundation, unter der Leitung von Joseph Eschbach, wurden 1997 in den USA bis heute gültige Richtlinien zur Behandlung der renalen Anämie veröffentlicht.

Das Anwendungsgebiet für EPO hat sich seit seiner Einführung für Patienten mit schwerer Nierenschädigung stark erweitert. Prinzipiell kann das Medikament überall dort helfen, wo eine chronische Anämie den Patienten belastet, z. B. bei Chemotherapien, bei Knochenmarktransplantationen und bei HIV-Infektionen, um nur einige weitere Anwendungen zu nennen. Auch bei der Anämie von Frühgeborenen oder bei der Vorbereitung einer Eigenblutspende kann EPO eingesetzt werden. Durch diese Erweiterung der Indikation hat sich auch die Zahl der Menschen dramatisch erhöht, denen mit EPO geholfen werden kann.

Roche Pharma bietet unter dem Markennamen Recormon® bzw. NeoRecormon, Erythropoetin (Epoetin beta, rhEPO) in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Roche-Pharma-Ländervertretung oder unter www.roche.com.

Die Combur-Test® Produktlinie – der Massstab für die patientennahe Harndiagnostik

Urinteststreifen sind zentrale diagnostische Hilfsmittel, die durch ihre einfache Handhabung eine schnelle und zuverlässige Aussage über pathologische Veränderungen im Urin ermöglichen. Die Teststreifen der Combur-Test® Produktlinie sind so aufgebaut, dass bereits geringfügige pathologische Veränderungen im Harn durch deutliche Farbwechsel der Testfelder angezeigt werden. Sie finden bei Routineuntersuchungen, Vorsorgeuntersuchungen sowie in der Therapie- und der Rezidivkontrolle vielseitige Einsatzgebiete.

Die Bedeutung der Teststreifen liegt primär in der Vorfelddiagnostik. Die Routineuntersuchung des Urins mit Multi- Parameter-Teststreifen ist daher in Praxis und Klinik der erste Schritt zur Diagnose verschiedenster Krankheitsbilder. Dazu gehören:

Ascorbinsäure – kein Problem mit der Combur-Test® Produktlinie

Von Vitamin C (Ascorbinsäure) ist bekannt, dass es bei Urinteststreifen die Oxidationsreaktion auf den Testfeldern für Blut und Glucose verhindert und falsch negative Testergebnisse verursachen kann. Die Teststreifen der Combur-Test® Produktlinie von Roche Diagnostics sind dagegen dank der einzigartigen Vielschichttechnologie durch eine mit Jodat imprägnierte Schicht weitestgehend geschützt. Somit hat Ascorbinsäure selbst in höheren Konzentrationen praktisch keinen Einfluss auf das Testergebnis für Blut und Glucose. Weitere Informationen zur Combur-Test® Produktlinie erhalten Sie bei Ihrer Ländervertretung und im Internet unter www.roche.com/poc.

Urilux® S – Die fortschrittliche Lösung für optimierte Auswertungen

Urilux® S ist das kompakte Analysegerät von Roche Diagnostics zur Einzelauswertung von Combur10Test® UX Harnteststreifen. Wegen der einfachen Bedienung, eines Durchsatzes von 50 Tests/Std. und flexibler Softwareoptionen eignet sich Urilux® S besonders für Arztpraxen, die ein kostengünstiges Verfahren zur standardisierten Durchführung von Urintests suchen. Ein weiterer Vorteil liegt in der unmittelbaren, automatischen Dokumentation des Ergebnisses im Befundausdruck oder optional via Online-Übertragung zum Praxisrechner. Die Urinanalyse in der Arztpraxis wird durch Urilux® S erheblich vereinfacht und gibt Ihrem Personal Zeit für andere Aufgaben. Weitere Informationen zu Urilux® S erhalten Sie bei Ihrer Ländervertretung und unter www.roche.com/poc.

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